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Veranstaltungshinweise

Das Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. organisiert Informationsveranstaltungen, Seminare und Tagungen zum Thema Land Grabbing und anderen entwicklungspolitischen Themen.

  • Tagung zu Bergbau in Kolumbien & Peru. 26. Oktober 2011, 13:00 - 19:00 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin
  • Neue Wege gesucht: Über Alternativen zur bestehenden Rohstoffausbeutung in Peru. Vortrag und Diskussion mit Alejandra Alayza (RedGe). 29. September 2011, 19:00 Uhr, Versammlungsraum im Mehringhof, Gneisenaustraße 2a, Berlin
  • Fleisch frisst Land – Alternativen zum Sojaanbau in Südamerika

    Filmvorführung des argentinischen Dokumentarfilms „Reverdeciendo“ (Argentinien 2011) mit anschließendem Gespräch. 15. August 2011, 19:00 Uhr, Kino acud, Berlin. Zu Gast: Els Wijnstra, Filmemacherin von chaya comunicación, Argentinien, und Reinhild Benning, Vertreterin der Kampagne "Meine Landwirtschaft", Deutschland.

  • Film & Gespräch: Impunity (Kol/F/CH: 2010, 85 min., OmeU), 23. Juni 2011, 19:00 Uhr, im Kino acud, Berlin
  • Gold und Kohle scheffeln, Konflikte sähen: Kolumbiens Bergbausektor soll zum Wachstumsmotor werden. Veranstaltung mit Mauricio Meza von der Organisation "Compromiso" aus Bucaramanga, Kolumbien, am 24. Juni 2011, 19:00 Uhr, in Berlin
  • Aktion zum Tag der Landlosen mit Straßentheater am 17. April 2011 von 12:00 bis 14:30 Uhr in Berlin-Prenzlauer Berg, Ecke Schwedter Straße/Gleimstraße


Fachtagung: Mit Leitlinien gegen Landraub

Inhalt, Bewertung und Umsetzung der „Freiwilligen Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“  

6. Juni 2012, 11-17 Uhr  

Haus der EKD, Charlottenstraße 53/54 in Berlin  

Programm (Download)

 

Programm

11:00  Begrüßung und Einführung           

Thomas Fritz, FDCL

11:30  Die Freiwilligen Leitlinien: ein Meilenstein für gute Landpolitik           

Michael Windfuhr, Deutsches Institut für Menschenrechte

13:00  Mittagspause

13:30  Die Umsetzung beginnt jetzt:           

Perspektive der globalen Zivilgesellschaft           

Chandrika Sharma, International Planning Committee for Food Sovereignty / Chennai Indien           

Konkrete Umsetzung im Norden           

Claire Guffens, FIAN Belgien           

Anwendbarkeit der Leitlinien in Deutschland am Beispiel der ostdt. Bodenpolitik       

Dr. Jörg Gerke, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

15:00  Umsetzung – als Herausforderung für Deutschland           

Moderierte Diskussion mit Carolin Callenius, Brot für die Welt und Roman Herre, FIAN

16:30  Zusammenfassung und Schlussworte           

Evelyn Bahn, INKOTA-Netzwerk

 

Moderation: Alicia Kolmans, MISEREOR  

 

Am 11. Mai 2012 wurden die Freiwilligen Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern auf internationaler Ebene verabschiedet, an deren Entstehung sich Akteure der Zivilgesellschaft maßgeblich beteiligt haben. Seit der Internationalen Konferenz zu Agrarreformen und ländlicher Entwicklung 2006 in Brasilien wurde an diesem Papier gearbeitet. Die Verschärfung der Nahrungsmittelkrise und die dramatische Zunahme des Landgrabbings nach 2008 unterstrich dabei die Dringlichkeit von Instrumenten, die die zunehmenden Investitionen in Land und andere natürliche Ressourcen einer demokratischen Kontrolle und Regulierung unterwerfen. Denn der angemessene und sichere Zugang zu Land und anderen natürlichen Ressourcen (Wasser, Wald, Fischgründe) gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Bekämpfung der weltweiten Armut und des Hungers. Die Freiwilligen Leitlinien können hierfür einen wichtigen Beitrag leisten. Doch dazu muss das, was hier in 26 Paragraphen verabschiedet wurde, jetzt in die Praxis umgesetzt werden. Wichtiger Adressat der Leitlinien sind dabei die Staaten selbst, die eine verantwortungsvolle Politik der Landvergabe, die Sicherung der Landrechte sowie demokratische Beteiligungsverfahren gewährleisten müssen, in denen die Bevölkerung selbst über ihre Ressourcen entscheiden kann. Die Umsetzung der Leitlinien ist insofern noch ein langer und sicher auch steiniger Weg. Mit der Fachtagung  möchten wir Sie dazu einladen, den Inhalt und die Bedeutung der Freiwilligen Leitlinien kennenzulernen. Gemeinsam mit ExpertInnen, die aktiv an ihrer Aushandlung teilgenommen haben, möchten wir überlegen, wie die Leitlinien von der Zivilgesellschaft im Norden wie im Süden genutzt werden können und was auch die Bundesregierung tun sollte, um sie mit Leben zu füllen.  

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!  

 

Berit Thomsen/AbL, Carolin Callenius/ Brot für die Welt, Caroline Kruckow/ Ev. Entwicklungsdienst, Thomas Fritz/ FDCL, Roman Herre/ FIAN, Alessa Hartmann/ Forum Umwelt und Entwicklung, Evelyn Bahn/ INKOTA-Netzwerk, Alicia Kolmans/ MISEREOR  

Soja frisst Wald: Futtermittel und Biosprit statt Leben

Abendveranstaltung zu Sojaanbau in Gran Chaco, Argentinien

Zeit: 28. November 2011, 19:30 Uhr

Ort: Heinrich Böll Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

In Argentinien sind Sojaplantagen das große Geschäft. Denn die weltweite Nachfrage nach Soja ist gigantisch. So hat sich Argentinien in den letzten Jahren zum weltweit wichtigsten Exporteur von Sojaöl für den Tank und Sojaschrot für den Trog entwickelt. Machbar ist dies nur mit einer rasanten Flächenausweitung.

Verliererin bei dieser Entwicklung ist die indigene Bevölkerung Nord-Argentiniens. Ihre Heimat, der Gran Chaco, wird durch die von Großgrundbesitzern und Unternehmen angetriebene Ausweitung der Sojaplantagen und Abholzung der Wälder zerstört. Die traditionellen Sammler- und Jagdwege werden versperrt und heilige Stätten der Indigenen überrollt.

Aber die Indigenen bleiben nicht tatenlos: Anhand von Luftaufnahmen und GPS-Daten werden Berichte für Ministerien erstellt, um illegale Waldrodungen zu dokumentieren. Denn gemäß der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind die Indigenen die rechtmäßigen Besitzer des Waldes.

In Deutschland besteht der Biodiesel, der in deutschen Tanks landet, zu elf Prozent aus Sojaöl. Ein Großteil der vier Millionen Tonnen Sojaschrot, das in der Massentierhaltung verfüttert wird, wird importiert.

Zu Gast sind:

Ana Álvarez, Leiterin der „Brot-für-die-Welt“-Partnerorganisation ASOCIANA. Sie ist Geographin und arbeitet dort seit acht Jahren. Zuständig war sie anfangs für die Erhebung, Dokumentation und Systematisierung von GPS-Daten über Gebiete traditioneller Nutzung durch die Indigenen und die Auswertung von Satellitenfotos über fortschreitende Brandrodungen und die Ausweitung der (Soja)-Monokulturen. Seit einem Jahr koordiniert sie die gesamte Organisation mit fünfzehn Mitarbeitenden.

Die Organisation ASOCIANA wurde auf Initiative der Anglikanischen Kirche gegründet. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Unterstützung und Begleitung von indigenen Gemeinden im argentinischen Teil des Gran Chaco (in der Provinz Salta). Im Vordergrund steht dabei, den indigenen Völkern eine gleichberechtigte Teilhabe an der regionalen Entwicklung zu ermöglichen und dabei die Prioritäten und die Identität der indigenen Völker angemessen zu berücksichtigen. Dafür ist es unabdingbar, den indigenen Völkern Beratung und Begleitung bei der Einforderung ihrer Rechte gegenüber dem argentinischen Staat zu bieten.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Carolin Callenius, Koordinatorin der „Brot für die Welt“ Ernährungskampagne. Sie stellt die europäische/deutsche Gesetzgebung dar. Warum wird Sojaöl, das in deutschen Tanks landet als nachhaltig bezeichnet? Was muss passieren, damit es wirklich nachhaltig wird? Und was ist mit dem Soja, das verfüttert wird?

Die Einladung zur Veranstaltung finden Sie hier.

Veranstaltende Organisationen: Brot für die Welt, FDCL e.V.

Medienpartner: taz

Mit finanzieller Unterstützung des BMZ und der Europäischen Union. Die Veranstalter sind für den Inhalt allein verantwortlich.

 

 

Fleisch in Massen – Fleisch in Maßen. Perspektiven für eine nachhaltige Tierhaltung und einen zukunftsfähigen Fleischkonsum

Internationale Tagung

Zeit: 7.- 8. November 2011

Ort: Hotel Aquino, Tagungszentrum Katholische Akademie, Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin

zur Dokumentation der Tagung

 

Mit dem Slogan „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ warb das Fleischerhandwerk einst für seine Erzeugnisse. Heute jedoch werden die negativen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgekosten der industriellen Tierhaltung und Fleischerzeugung und damit die Grenzen des weltweit steigenden Fleischkonsums immer offensichtlicher.

Das stetige Wachstum in der Produktion gerade bei Geflügel- und Schweinefleisch hin zur massiven Überproduktion wirft viele Fragen auf. Vor allem die Frage wie in Zukunft produziert werden soll: In Massen und für den Weltmarkt oder in Maßen für einen nachhaltigen, zukunftsfähigen Konsum? Bisher ist die Agrarpolitik der EU wie auch die Deutschlands darauf ausgelegt, eine Fleisch­produktion in Massen und für den Export zu fördern. Dieses Produktionsmodell ist nur auf der Basis von enormen Sojaimporten aus Südamerika für die Tierfütterung möglich. Der Sojaanbau verursacht in den Anbauländern erhebliche Umwelt- und Sozialprobleme und blockiert Agrarflächen für die weltweit dringend benötigte Erzeugung von Nahrungsmitteln. Gleichzeitig wird aus der EU immer mehr Fleisch aus der Überproduktion zu Dumping­preisen in arme Länder exportiert und zerstört dort Märkte und bäuerliche Produktionsstrukturen. Können und wollen wir uns ein solches Produktionsmodell auf Dauer leisten? Auch in Europa hinterlässt die aktuelle Agrarpolitik ihre Spuren. Die Debatte um die Erzeu­gung und den Konsum von Fleisch ist dabei längst in der Mitte der Gesellschaft ange­kommen: Bürgerinitiativen, Verbraucherinnen und Verbraucher, Bäuerinnen und Bauern treten zunehmend für eine gesunde und ökologisch nachhaltige Lebensmittelproduktion ein, die nicht auf Kosten der Länder des Südens geht und dazu beiträgt, die Ernährung weltweit zu sichern. Doch trotz einer stark wachsenden Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischem Landbau, stagniert die ökologische und tiergerechte Tiererzeugung auf niedrigstem Niveau. Gleichzeitig werden die Ställe und die Investitionssummen in der konventionellen Tierhaltung immer größer. Können die hiesigen Bäuerinnen und Bauern von dieser Entwicklung überhaupt profitieren? Vertritt die europäische Politik mit dem von ihr geförderten Agrarmodell tatsächlich noch die Interessen der bäuerlichen Erzeuger und der Verbraucher?

Es ist an der Zeit, Antworten auf diese Fragen zu formulieren und unsere Politiker in die Verantwortung für eine zukunftsfähige Fleischerzeugung zu nehmen. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Meine Landwirtschaft“ wollen wir mit der Tagung einen Beitrag zur aktuellen Debatte über die für 2013 anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa leisten. Wir laden Sie herzlich ein, mit uns und unseren Gästen über die politischen Rahmenbe­dingungen für eine zukunftsfähige, umwelt- und entwicklungsgerechte Tierhaltung und Fleischproduktion zu diskutieren.

Das Programm der Tagung finden Sie hier.

Veranstaltende Organisationen: Agrar Koordination, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Evangelischer Entwicklungsdienst, Evangelishce Jugend auf dem Land, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika, Forum Umwelt und Entwicklung, Germanwatch, Heinrich Böll Stiftung, INKOTA Netzwerk, Kampagne "Meine Landwirtschaft", Misereor

Mit finanzieller Unterstützung des BMZ und der Europäischen Union. Die Veranstalter sind für den Inhalt allein verantwortlich.

 

Rohstoffe aus dem Andenraum für Deutschland - Wer trägt die Verantwortung für die Folgen des Bergbaus in Kolumbien und Peru?

Zur Tagungsdokumentation

Zeit: 26. Oktober 2011, 13:00 - 19:00 Uhr Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin Die Tagung „Rohstoffe aus dem Andenraum für Deutschland - Wer trägt die Verantwortung für die Folgen des Bergbaus in Kolumbien und Peru?“ widmet sich dem Zusammenhang des Rohstoffhungers in Deutschland und der EU sowie den Menschenrechts-, Umwelt- und Entwicklungsproblemen im Kohle- und Kupferbergbau in Kolumbien und Peru. Im Vordergrund steht die Frage, welche Mitverantwortung die Abnehmer in den Industrieländern für die negativen Folgen des Abbaus in Entwicklungs- und Schwellenländern tragen, welche Mechanismen zu deren Verhinderung bereits existieren und welche noch aufgebaut und eingefordert werden müssen. Veranstaltende Organisationen: Brot für die Welt, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), Food First Aktions- und Informationsnetzwerk Deutschland (FIAN), Heinrich-Böll-Stiftung, Kampagne Bergbau Peru, kolko - Menschenrechte für Kolumbien, Misereor

Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union

Neue Wege gesucht: Über Alternativen zur bestehenden Rohstoffausbeutung in Peru

Vortrag und Diskussion mit Alejandra Alayza - Koordinatorin des Red Peruana por una Globalización con Equidad (RedGe)

Zeit: 29. September 2011, 19:00 Uhr 

Ort: Versammlungsraum im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin (U6/U7 Mehringdamm)

Europa und Deutschland hängen am Rohstofftropf des globalen Südens. Immer mehr und dabei bitte gleichzeitig preisgünstig sollen die Rohstoffe für die Wirtschaft hierzulande sein. Immer mehr private und staatliche Unternehmen tummeln sich in den Förderländern des globalen Südens und konkurrieren um deren Rohstoffvorkommen. Der Zugriff auf lokale Ressourcen (z.B. Wasser), der Druck auf die lokale Bevölkerung, soziale Strukturen und Naturräume und -ressourcen wächst. Rohstoffförderung bringe Entwicklung, heisst es oft pauschal als Legitimationsgrundlage, und Entwicklung bedinge daher Rohstoffförderung. Doch ist Rohstoffextraktion für Staaten des globalen Südens in erster Linie ein Mittel, um Devisen zu erwirtschaften. Mit Entwicklung gemeint sind in der Regel gute makroökonomische Daten.

Peru ist seit den 1990er Jahren das Beispiel in Lateinamerika für den Wildwuchs des Rohstoffsektors. Privatisierung des Sektors, Stärkung der Rechte von Investoren, verankert in der Verfassung - mittlerweile weiter abgesichert über die Investitionskapitel in Freihandelsabkommen und daran geknüpfte Klagemöglichkeiten für Unternehmen, keine Beteiligung der lokalen Bevölkerung bei der Vergabe von Konzessionen für Erkundung oder Abbau, fehlende durchsetzungsfähige staatlich-institutionelle Strukturen zur Kontrolle und Regulierung des Sektors. Die dadurch entstehenden Kosten zahlen Natur und Menschen vor Ort. In Peru bestehen bereits seit Jahren mehr als 200 soziale Konflikte, von denen die Hälfte dem Bergbausektor zuzurechnen ist. In anderen Ländern des Kontinentes wie Kolumbien, Argentinien oder auch Ecuador sind diesselben Tendenzen sichtbar.

Es muss sich etwas ändern, doch was und wie? Mehr Umweltkontrolle durch den Aufbau staatlicher Institutionen, hin zu einem 'nachhaltigen, grünen' Bergbau? Höhere Steuern auf die enormen Gewinne der Bergbaufirmen und dadurch mehr Staatseinnahmen zur gesellschaftlichen Umverteilung? Mehr Teilhabe der lokalen Bevölkerung und Entscheidungsmöglichkeiten bei Projektvorhaben?

Um über diese und weitere Fragen zu diskutieren haben wir als Referentin Alejandra Alayza aus Peru eingeladen. Sie ist Mitherausgeberin des Buches (übersetzter Titel) "Transitionen: Post-Extraktivismus und Alternativen zum Extraktivismus in Peru" und arbeitet bei RedGe, einem Netzwerk, dass sich für eine gerechte Globalisierung einsetzt.

Vortrag und Diskussion werden konsekutiv Spanisch<>Deutsch gedolmetscht.

Veranstaltende Organisationen: FDCL e.V., Informationsstelle Peru, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union.

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Impunity - What Kind of War for Colombia?

Film- und Gesprächsabend mit den Regisseuren Juan José Lozano und Hollman Morris

Zeit: Dienstag, 27. September 2011, 20:00-23:00 Uhr

Ort: Hackesche Höfe Kino, 10178 Berlin, Rosenthaler Straße 40/41, Fon: 030.283 46 03, Email: foyer@hoefekino.de, Kartenvorbestellungen sind direkt beim Kino möglich

Eintritt: 8 Euro

Kolumbien heute: Der grösste Strafprozess gegen paramilitärische Armeen – angeklagt des tausendfachen Mordes – soll "Frieden und Gerechtigkeit" bringen. Politische und wirtschaftliche Interessen hinter dem paramilitärischen Krieg lassen die Prozesse jedoch abrupt enden. Sind die Angehörigen der Opfer dazu verdammt, für immer Opfer zu bleiben oder gelingt ihnen der Kampf gegen die Straflosigkeit?

Impunity (Schweiz/Frankreich/Kolumbien 2010, Regie: Juan José Lozano, Hollman Morris, 85 Minuten, Spanisch mit englischen Untertiteln) schildert die Rolle der Paramilitärs im Krieg in Kolumbien, die in den letzten Jahren tausende Menschen brutal ermordeten und von ihrem Land vertrieben. Er schildert mit dem Scheitern der Gerichtsprozesse gegen sie infolge der Verwicklung politischer und wirtschaftlicher Interessen auch die Schwierigkeiten bei der Suche nach Wahrheit.

Der mehrfach in diesem Jahr auf internationalen Filmfestivals preisgekrönte Film (Den Haag, Toulouse, Genf) stellt Fragen und sucht Antworten bei den im Krieg involvierten Akteuren: Wer sind die Entscheidungsträger dieses Krieges? Woher kamen die Befehle? Was waren die Motive? Was haben multinationale Unternehmen wie Chiquita, das kolumbianische Militär, Geschäftsleute, PolitikerInnen und Drogenhändler zu all dem zu sagen - und vor allen anderen: die Angehörigen der Opfer?

Als Gäste zum Gespräch nach dem Film sind die beiden Regisseure Juan José Lozano und Hollman Morris anwesend. Morris wurde 2011 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg für seine mutige und beharrliche Berichterstattung über die Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien und deren Opfer ausgezeichnet.

Veranstaltende Organisationen: FDCL e.V., kolko e.V., Polo Mosca und realEYZ. Finanzielle Unterstützung für den Aufenthalt von Juan José Lozano und Hollman Morris sowie die Abendveranstaltung durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken.

Medienpartner: taz

 

 

Fleisch frisst Land – Alternativen zum Sojaanbau in Südamerika

Filmvorführung des argentinischen Dokumentarfilms „Reverdeciendo“ mit anschließendem Gespräch

Termin: 15. August 2011

Zeit: 19:00 bis 21:00 Uhr

Ort: ACUD Kino, Veteranenstr. 21, Berlin-Mitte, U-Bhf.

Der Anbau von genmanipulierter Soja in Südamerika breitet sich immer mehr aus. Die in riesigen Monokulturen produzierten Sojabohnen werden zum größten Teil nach Europa exportiert und hier als Futtermittel für die Viehwirtschaft verwendet. Die sozialen und ökologischen Folgen der expandierenden Sojaplantagen in Argentinien, Brasilien und Paraguay für Mensch und Umwelt sind dabei verheerend. Das argentinische Filmkollektiv „Chaya Comunicación“ hat bereits mehrere Filme über das industrielle Landwirtschaftsmodell in Südamerika und seine Folgen produziert.

Ihr neuester Film „Reverdeciendo“ („Das Wiederergrünen“) widmet sich den vielfach bereits praktizierten Alternativen zur Sojamonokultur und zur industriellen Land- und Ernährungswirtschaft in Lateinamerika. Am Beispiel mehrerer Länder der Region (Argentinien, Paraguay und Kuba) werden verschiedene alternative Ansätze vorgestellt, etwa der kleinbäuerliche ökologische Anbau, Gemeindegärten, Saatgutmärkte und Nahrungsmittelkooperativen. Ein erster Film („Reverdecer“) hatte zuvor 2007 die negativen Folgen der Sojamonokulturen aufgezeigt.

Bei der Filmveranstaltung am 15. August im Berliner Kino Acud wird zunächst eine Kurzfassung von Reverdecer gezeigt. Anschließend wird der erst kürzlich fertig gestellte Dokumentarfilm Reverdeciendo vorgeführt. Els Wijnstra, eine der FilmemacherInnen von Chaya Comunicación aus Buenos Aires, wird anschließend für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen. In diesem sollen Alternativen zum monokulturellen Anbau von genmanipulierter Soja in Südamerika sowie die Mitverantwortung europäischer Nahrungsmittelproduzent_innen und -konsument_innen für die Folgen der Sojaexpansion in Südamerika (Vertreibungen, Landkonzentration, Umweltbelastungen, Pestizidvergiftungen) thematisiert werden. Außerdem sollen Möglichkeiten zur Reduktion der südamerikanischen Sojaexporte in Südamerika selbst sowie hier in Europa vorgestellt werden. An dem Gespräch nimmt daneben ein_e Vertreter_in der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ (angefragt) teil, der die Bemühungen deutscher ökologisch wirtschaftender Landwirte schildern wird, den Importbedarf für südamerikanische Soja durch die Förderung des heimischen Futtermittelanbaus zu verringern.

Reverdeciendo (Argentinien 2011). Ein Dokumentarfilm von chaya comunicación, 57 Min., Spanisch mit englischen Untertiteln. Weitere Infos und Filme: www.chayar.com.ar

Eine Veranstaltung von FDCL e.V., Lateinamerika Nachrichten e.V. und globale Filmfestival.

Mit finanzieller Unterstützung des BMZ und der Europäischen Union.

 

 

Film & Gespräch: Impunity

Zeit: Donnerstag, 23. Juni 2011, 19:00 Uhr

Ort: ACUD Kino, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin-Mitte, Anfahrt: U-Bahn-Linie U8 Rosenthaler Platz, Tram M1 Rosenthaler Platz, M8, M12 Brunnenstraße / Invalidenstraße, S-Bahn: S1; S2 Nordbahnhof  

Eintritt: 2 Euro

Kolumbien, ein Land im Krieg ...

... soweit man zurückdenken kann, sind es immer wieder dieselben Worte: Bürgerkrieg, interner bewaffneter Konflikt, terroristische Bedrohung, ideologischer Kampf. Zwei Extreme: Links und Rechts. Sie nutzen identische Methoden. Ein Wettbewerb in Grausamkeit. Wie viele Tote und wie viele verschwundene Menschen sind es infolge des endlosen Krieges zwischen den Paramilitärs (AUC) und der Guerilla (FARC). Auf die Zahlen kann man sich nicht einigen.

Ein Gerichtsverfahren? Das neue Gesetz zu Gerechtigkeit und Frieden (Ley de Justicia y Paz) von 2005 gibt Paramilitärs, die ihre Verbrechen zugeben bei Anhörungen, besondere Rechte und ermöglicht ihnen den Weg zurück ins zivile Leben. Abhängig von ihrer Schuld werden sie eine Haftstrafe zwischen fünf und acht Jahren erhalten. 32.000 Paramilitärs haben ihre Waffen niedergelegt, nur rund 100 von ihnen sind vor das Tribunal gekommen.

Die Mörder: Wie der Paramilitär-Kommander mit dem Pseudonym "HH", der sich in seiner Aussage für 5.000 Tote verantwortlich erklärte, beginnen weitere Führer der Paramilitärs ihre Verbrechen einzugestehen.

Die Angehörigen der Opfer: Die meisten von ihnen sind Frauen. Millionen tapferer und engagierter Frauen, die mit Würde kämpfen. Sie wollen die Wahrheit wissen, sie wollen, dass Gerechtigkeit geübt wird. Für Jahrzehnte haben sie versucht in Frieden zu leben.

Zahlreiche Justizangestellte: Rund einhundert couragierte öffentliche Angestellte arbeiten trotz der Todesdrohungen, die sie erhalten oder des Drucks, der auf sie ausgeübt wird. Ihr Ziel ist es, die Wahrheit über diesen Krieg herauszufinden. Wer sind die Entscheidungsträger dieses Krieges? Woher kamen die Befehle? Was waren die Motive? Was haben multinationale Unternehmen wie Chiquita, das kolombianische Militär, Geschäftsleute, Politiker und Drogenhändler zu all dem zu sagen?

Der Film Impunity (Schweiz/Frankreich/Kolumbien 2010, Regie: Juan José Lozano, Hollman Morris, 85 Minuten, Spanisch mit englischen Untertiteln) wurde auf zahlreichen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet.

Als Gast zum Gespräch nach dem Film: Menschenrechtsaktivist und Umweltschützer Mauricio Meza. In Kolumbien ist er bei der Organisation Compromiso in Bucaramanga tätig. Vor zwei Jahren hatten Paramilitärs versucht Mauricio Meza zu entführen und "verschwinden" zu lassen. Er wird auch durch staatliche Sicherheitskräfte verfolgt und weiterhin bedroht.

Eine Veranstaltung von FDCL e.V., kolko e.V. und Lateinamerika Nachrichten e.V. 

Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union

 

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Gold & Kohle scheffeln, Konflikte säen - Kolumbiens Bergbausektor soll zum Wachstumsmotor werden

Zeit: Freitag, 24. Juni 2011, 19:00 Uhr

Ort: FDCL im Mehringhof, 2. HH/Aufgang Theater, 5. StockGneisenaustr. 2a, 10961 Berlin (U6/U7 Mehringdamm)

Kolumbien ist reich an mineralischen und Energierohstoffen, das südamerikanische Land exportiert bereits enorme Mengen Kohle in die Bundesrepublik. Für rund 40 (!) Prozent der Landesfläche sind gegenwärtig bergbauliche Konzessionen vergeben. Für die Regierung unter Präsident Manuel Santos soll der Bergbausektor eine zentrale Säule für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes werden. Investoren sollen angelockt werden.Bereits das Freihandelsabkommen von Kolumbien mit Kanada hat zu einer erhöhten Dynamik im Sektor und zu verstärkten Aktivitäten kanadischer Bergbauunternehmen geführt. Ein Freihandelsabkommen zwischen Kolumbien und der Europäischen Union steht vor der Tür und wird Rohstoffunternehmen aus der EU vermehrt Anreize bieten.

Als Reaktion auf die jüngere dynamische Entwicklung im Bergbausektor gibt es von Seiten der lokalen Bevölkerung und der organisierten Zivilgesellschaft seit dem Februar 2010 das nationale kolumbianische Netzwerk zum transnationalen Großbergbau (Red Colombiana frente la Gran Minería Transnacional. Widerstand regt sich mehr und mehr lokal und auch auf nationaler Ebene.

Unser Gast Mauricio Meza von der Organisation COMPROMISO aus Bucaramanga wird in seinem Vortrag auf die staatlichen Pläne zur Entwicklung des Bergbausektors eingehen, die wesentlichen Akteure skizzieren. Anhand von Fallbeispielen wie dem (jüngst vorerst gestoppten) Goldprojekt von Greystar in Bucaramanga will er aktuelle Konflikte, deren Mechanismen und Menschenrechtsverletztungen beleuchten und den Widerstand der lokalen Bevölkerung beschreiben.

Und natürlich stellt sich auch die Frage: Was haben wir hier in Europa damit zu tun?

Die Veranstaltung wird simultan aus dem Spanischen gedolmetscht. Mit Unterstützung von (und Dank an) Linguatransfair.

Eine Veranstaltung des Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika FDCL e.V., kolko e.V. und Lateinamerika Nachrichten e.V. Diese Veranstaltung wird realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. 

 

 

Straßentheater in Berlin am Tag der Landlosen 2011
Tag der Landlosen 2011

Aktionstag mit Infostand und Straßentheater

Sonntag, 17. April 2011: FDCL, FIAN & INKOTA fordern Stopp von Land Grabbing

Wann: 17.04.2011, 12.00 - 14.30 Uhr

Wo: Ecke Schwedter Straße/Gleimstraße

Wieder weltweiter Protest: Auch INKOTA, FIAN und FDCL e.V. gedenken am 17. April der Menschen, die von ihrem Land vertrieben wurden. Ein Aktionstag mit Infos und Straßentheater.

Ackerland ist ins Visier von Spekulanten geraten. Seit 2008 wurden weltweit 80 Millionen Hektar Land in Entwicklungsländern an Investoren transferiert. Auf dem Land wollen die Investoren aus Industrie- und Schwellenländern Nahrungs- und Energiepflanzen für den Export anbauen oder nutzen es als Spekulationsobjekt. Um den Investoren das gefragte Land zur Verfügung zu stellen, werden Menschen vertrieben – notfalls mit Gewalt. Leittragende dieses Land Grabbings sind die Menschen, die zuvor auf oder von diesem Land gelebt haben.

Oliver de Schutter, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, warnt, dass die großflächigen Landnahmen immer mehr Menschen in den Hunger treiben: Schon heute hungern weltweit 500 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, weil sie kein oder zu wenig Ackerland haben und ihnen damit ihre Ernährungsgrundlage genommen wurde.

Hintergrund zum Tag der Landlosen

Am 17. April solidarisieren sich weltweit Menschen mit den lokalen und globalen Kämpfen von La Via Campesina, einem globalen Netzwerk der Bauern und Bäuerinnen, der ländlichen Bevölkerung, der Landlosen und Indigenen. Hintergrund ist die Ermordung von 19 Aktivisten der Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) durch die brasilianische Polizei am 17. April 1996. Mitglieder von La Via Campesina in Mexiko antworteten mit einem Marsch auf die brasilianische Botschaft und riefen den 17. April zum internationalen Tag des Widerstands und der Aktion gegen alle Formen von Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung aus.

Zeit zu handeln!

Das FDCL macht gemeinsam mit der Menschrenchtsorganisation FIAN und dem entwicklungspolitischen Netzwerk INKOTA am 17. April 2011 mit einem Aktionstag auf die verheerenden Auswirkungen der neuen großflächigen Landnahmen aufmerksam.  

 

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Fachtagung: Die neue Landnahme in Afrika, Asien und Lateinamerika

Donnerstag, 18.11.2010, entwicklungspolitische Fachtagung in Berlin

Die Jagd privater und staatlicher Investoren nach Agrarland im globalen Süden nimmt rasant zu. Angetrieben wird sie nicht nur durch die Nahrungsmittelkrise, den Klimawandel und die steigende Nachfrage nach Agrarrohstoffen, sondern auch durch die Weltwirtschaftskrise. Der von Finanzinvestoren erwartete Umschlag von der Deflation in die Inflation stimuliert die Entwicklung unzähliger Agrarfonds. Fruchtbarer Boden gilt bei Anlegern als eine sichere und inflationsbeständige Vermögensklasse. Laut Weltbank sind die attraktivsten Zielländer dabei jene mit hoher Landverfügbarkeit, geringer Mechanisierung und defizitärer Bodenregulierung. Investitionen finden demnach bevorzugt dort statt, wo traditionelle LandnutzerInnen leicht verdrängt werden können, großflächige Monokulturen möglich sind und der Maschineneinsatz kurzfristige Produktivitätsgewinne verspricht.

Die „neue Landnahme“ birgt daher ganz erhebliche ökologische und soziale Risiken in den Anbauländern. Während das industrielle Produktionsmodell die Bodenfruchtbarkeit, Wasserqualität und Biodiversität beeinträchtigt, droht KleinbäuerInnen, Indigenen und Hirten mit unsicheren Nutzungsrechten die beschleunigte Vertreibung. Hinzu kommt die Gefahr interner Versorgungsengpässe auf den Lebensmittelmärkten, wenn wachsende Flächenanteile der Exportproduktion anheimfallen.

Die Fachtagung richtet sich sowohl an die breite Öffentlichkeit als auch an die entwicklungspolitische (Fach)Öffentlichkeit. Die Teilnahme ist kostenfrei!

Download Tagungsprogramm (1,5 MB) / en español / in english

Zeit: 18.11.2010, 13:00 bis 21:00 Uhr

Ort: Im Kirchsaal des Hotels Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin

Zur Dokumentation der Fachtagung

Artikel auf DW World

Eine Veranstaltung von:

Die Fachtagung wird unterstützt von InWent, aus Mitteln des BMZ und durch die Europäische Union sowie der Stiftung Umverteilen und dem katholischen Fond.

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Film-& Diskussionsveranstaltung - Landgrabbing: der Ausverkauf des Südens

Mo 15.11.2010, 19H - MEHRINGHOF

Zu Gast: Abdallah Mkindi (Envirocare), Tanzania

Im November finden mehrere Tagungen und Veranstaltungen zum Thema "Landgrabbing" statt und auch in den Medien geraten großflächige Landkäufe in den Ländern des Südens zunehmend in die Schlagzeilen. Zu den Auswirkungen des Landgrabbing bzw. der Neuen Landnahme zählen gravierende Verletzungen der Menschenrechte, z.B. durch gewaltsame Vertreibungen und Landdiebstahl von indigenen Gemeinschaften. Entwicklungsländer verkaufen riesige Flächen fruchtbaren Bodens, damit Industrieländer ihre Rohstoffversorgung oder bevölkerungsreiche Länder ihre Ernährung sichern können. Die unmittelbar Leidtragenden sind Menschen in den betroffenen Ländern des Südens. Wichtige Strategien zur Bekämpfung des Hungers werden durch die Neue Landnahme verhindert, z.B. notwendige Agrarreformen.

Wir zeigen Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Hunger“, von Marcus Vetter und Karin Steinberger, der am 25.10.2010 in der ARD ausgestrahlt wurde und diskutieren anschließend mit Abdallah Mkindi, Mitarbeiter der tanzanischen Umweltorganisation Envirocare, über die konkreten Auswirkungen des Landgrabbing in Tanzania.

Die Diskussionsveranstaltung wird übersetzt.

Zeit: Mo 15.11.2010, 19:00 Uhr

Ort: Versammlungsraum im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin (U6 Mehringdamm)

In Kooperation mit: INKOTA, FIAN Berlin, ASW e.V., Blue21, Mehringhof Verein e.V.

Mit Unterstützung von der Stiftung Umverteilen! und InWent, aus Mitteln des BMZ

 

 

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Vertrieben, vergiftet, verwüstet – Sojaanbau in Paraguay: Soziale und ökologische Folgen der Sojamonokultur

Multimediale Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Fotos und akustischen Beiträgen. Ausgehend vom Sojaanbau und der aktuellen politischen Situation rücken Menschenrechtsverletzungen, der Landkonflikt und die Kämpfe der sozialen Bewegungen in den Fokus.

Zeit und Ort: 30.09.2010, 19:00Uhr, Mehringhof (Veranstaltungsraum) Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin, 2. Hof, Aufgang 3, 1. Stock (über dem Mehringhoftheater)

Referentinnen:

Steffi Holz, freie Journalistin und Ethnologin in Köln, recherchierte in Paraguay kürzlich drei Monate lang zum Thema, diverse Beiträge für Printmedien und Hörfunk

Regine Kretschmer, Ethnologin, lebt seit 10 Jahren in Paraguay und arbeitet eng mit Kleinbauernorganisationen zusammen, Expertin zum Thema Landreform

Informationen zur Veranstaltung

Die wachsende Nachfrage nach Soja als Tierfutter und Agrarkraftstoff treibt die Preise für die "Wunderbohne" Soja weltweit in die Höhe und macht den Anbau profitabel. Das kleine Land Paraguay im Herzen des südamerikanischen Subkontinents stieg in den letzten Jahren zum weltweit viertgrößten Sojaexporteur auf. Doch der intensive Sojaanbau in Monokultur zerstört nicht nur die Umwelt und vergiftet die Landbevölkerung. Die Ausweitung der Sojaanbauflächen bedroht auch die kleinbäuerliche Landwirtschaft und verschärft den Landkonflikt. Der Kampf der Kleinbäuerinnen und- Bauern gegen das internationale Agrarbusiness scheint ein Kampf Davids gegen Goliath.

„Die Sojafarmer zerstören die Natur und das Leben der Menschen und zwar nicht nur hier in Paraguay, sondern weltweit. Wir wissen, dass Soja nach Europa exportiert wird. Aber niemand in Europa weiß, wie Soja produziert wird.“ Kleinbauer Gerónimo Arévalo, Alto Paraná, Paraguay

„Mit ganzer Kraft kämpfen wir dafür, dass die Vergiftung aufhört. Wir fordern ein Ende der Besprühungen. Die Belastung ist sehr hoch. Tiere werden vergiftet, unsere Kinder, die Alten. Wir schweben hier zwischen Leben und Tod.“ Kleinbäuerin Lucia Pavón, San Pedro, Paraguay

Deutsche Tierzucht- und Mastbetriebe sind in der EU die größten Abnehmer von Sojaschrot. Die einweißhaltige Bohne wird extrem billig angeboten und findet zunehmend als Energiepflanze für Agrarsprit Beachtung . Doch während hiesige Verbraucher von billigen Fleisch- und Milchprodukten profitieren und Energiebewusste über Sojabenzin nachdenken, hat der Sojaanbau in den Herkunftländern hohe Nebenwirkungen. Auch in Paraguay, wo mittlerweile über 90% der dort kultivierten Sojapflanzen gentechnisch verändert sind.

Das kleine Land im Herzen des südamerikanischen Subkontinents gehört zum "Sojagürtel Südamerikas". Es steht mit bis zu 6 Millionen Tonnen jährlicher Produktion weltweit an vierter Stelle im Export von Soja. Die weltweite Nachfrage als Tierfutter und Biokraftstoff treibt die Preise in die Höhe und macht den Anbau profitabel. Brasilianische, argentinische und deutsche Landbesitzer, internationale Saatgutfirmen und Futtermittelexporteure verdienen am Sojaboom.

Doch der industrielle Sojaanbau in Monokultur bedroht die kleinbäuerliche Landwirtschaft, zerstört die Umwelt und vergiftet die Landbevölkerung. 90% der Sojapflanzen sind mittlerweile gentechnisch verändert. Das erfordert eine massive Besprühung mit speziellen Pestiziden, die alles andere abtöten und vom Wind kilometerweit getragen werden.

Die rasante Sojaexpansion verschärft den Landkonflikt, ohnehin das brennendste soziale Problem in Paraguay, wo 4% der Bevölkerung über 86% der Ackerfläche verfügen. Allein 90.000 Familien waren während des letzten Jahrzehnts gezwungen, ihr Land zu verlassen, weil sie nicht mit den Sojafarmern konkurrieren können und die Pestizidbelastung nicht mehr ertragen.

Kleinbauernverbände, in denen Zehntausende organisiert sind, wehren sich gegen die Vertreibung und leisten Widerstand. Organisierte Landbesetzungen hunderter Familien sind an der Tagesordnung. Mit lebendigen Mauern versuchen die Campesinos, die Besprühungen zu verhindern. Die Sojalobbyisten antworten mit dem Einsatz von Polizei und Paramilitärs und machen ihren traditionellen politischen Einfluss geltend. Zwar stiegen mit der Wahl des ehemaligen Bischofs und jetzigen Präsidenten Fernando Lugos die Hoffnungen auf grundlegende Reformen. Doch zwei Jahre nach seinem Amtsantritt ist davon nicht nur nichts zu spüren sondern auch eine Zunahme der politischen Repression zu verzeichnen.

Gefördert von Inwent aus Mitteln des BMZ und der Europäischen Union. Mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Akademie Nordrhein-Westfalen

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“Land Grabbing“ Ein großes Thema für Globales Lernen

Workshop: Land-Grabbing

10. Juli 2010, 10-18 Uhr, Versammlungsraum im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin)

Land-Grabbing: Ein großes Thema für Globales Lernen

Land ist knapp. Immer mehr fruchtbarer Boden fällt der Urbanisierung, Industrialisierung und Umweltzerstörung zum Opfer. Es wird nicht nur der Gipfel der Ausbeutung von Öl ("Peak Oil") überschritten, sondern auch der Vernutzung von Boden ("Peak Soil"). Täglich nimmt die Flächenkonkurrenz an Härte zu, immer häufiger eskaliert sie. Wer darf die Ackerfläche bestellen und was soll geerntet werden: Nahrungsmittel, Viehfutter oder Biosprit? Auf der Strecke bleibt die zunehmende Zahl der Hungernden weltweit. Für andere hingegen ist es ein Riesengeschäft: Finanzgruppen und Konzerne kaufen gigantische Flächen in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa. Auch einige Regierungen mischen im Grundstückspoker mit: Boden- und Wassermangel treiben sie an. Wo aber bleiben die Millionen von Menschen, die der Landnahme weichen sollen? Was bedeutet dieses Szenario für die Entwicklungszusammenarbeit?

 

Zum Seminar:

Das Thema Land Grabbing verbindet so vielfältige Bereiche wie Agrotreibstoffe, Klima, Umwelt, Agrobusiness, Ernährungssouveränität, Landkonflikte, Armut und Entwicklungszusammenarbeit. Das Seminar möchte diesen Themenkomplex unter dem Leitgedanken Land Grabbing herausarbeiten und verknüpfen.

Im Seminar sollen vor allem Möglichkeiten erarbeitet werden, wie dieser umfassende Themenkomplex in die entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, in die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE) und in die inhaltliche Weiterentwicklung entwicklungspolitischer Initiativen eingebracht und von den entsprechenden MultiplikatorInnen vermittelt werden kann. Dazu gehört neben der inhaltlichen Erschließung und offenen Debatte auch der Austausch über wichtige Positionen, Texte, Dokumente, SpezialistInnen und zur Verfügung stehende Materialquellen.

 

Programm:

10:00

Begrüßung

10:15 – 10:30

Vorstellungsrunde

10:30 - 12:00

Einführung ins Thema

„Land Grabbing – ein komplexes Thema“

12:00 – 12:30

Mittagspause

12:30 – 14:00

Globales Lernen und Land Grabbing I

Themen, Inhalte und Methoden (Input)

14:00 – 15:30

Globales Lernen und Land Grabbing II

Themen, Inhalte und Methoden

(Arbeitsgruppen)

15:30 – 16:00

Kaffeepause

16:00 – 17:30

Globales Lernen und Land Grabbing III

Achtung! Vereinfachung, Eurozentrismus und Co. Wie können wir Fehler vermeiden?

17:30-18:00

Abschlussdiskussion im Plenum

 

Gefördert von Stiftung Umverteilen und Inwent aus Mitteln des BMZ

 

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