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Die neue Landnahme in Afrika, Asien und Lateinamerika

Donnerstag, 18.11.2010, entwicklungspolitische Fachtagung in Berlin

Die Jagd privater und staatlicher Investoren nach Agrarland im globalen Süden nimmt rasant zu. Angetrieben wird sie nicht nur durch die Nahrungsmittelkrise, den Klimawandel und die steigende Nachfrage nach Agrarrohstoffen, sondern auch durch die Weltwirtschaftskrise. Der von Finanzinvestoren erwartete Umschlag von der Deflation in die Inflation stimuliert die Entwicklung unzähliger Agrarfonds. Fruchtbarer Boden gilt bei Anlegern als eine sichere und inflationsbeständige Vermögensklasse. Laut Weltbank sind die attraktivsten Zielländer dabei jene mit hoher Landverfügbarkeit, geringer Mechanisierung und defizitärer Bodenregulierung. Investitionen finden demnach bevorzugt dort statt, wo traditionelle LandnutzerInnen leicht verdrängt werden können, großflächige Monokulturen möglich sind und der Maschineneinsatz kurzfristige Produktivitätsgewinne verspricht.

Die „neue Landnahme“ birgt daher ganz erhebliche ökologische und soziale Risiken in den Anbauländern. Während das industrielle Produktionsmodell die Bodenfruchtbarkeit, Wasserqualität und Biodiversität beeinträchtigt, droht KleinbäuerInnen, Indigenen und Hirten mit unsicheren Nutzungsrechten die beschleunigte Vertreibung. Hinzu kommt die Gefahr interner Versorgungsengpässe auf den Lebensmittelmärkten, wenn wachsende Flächenanteile der Exportproduktion anheimfallen.

Zwar haben internationale Entwicklungsorganisationen die Risiken für Umwelt und Ernährungssicherheit erkannt, ihre vornehmliche Antwort aber – freiwillige Richtlinien und Prinzipien für „verantwortungsvolle“ Agrarinvestitionen – kann nicht zufriedenstellen. Ein effektiver Schutz natürlicher Ressourcen und traditioneller Landrechte erfordert weit durchgreifendere Maßnahmen sowohl in den Herkunfts- als auch in den Zielländern der Agrarinvestitionen. Doch diesbezügliche Vorschläge aus der Zivilgesellschaft bleiben bisher weitgehend ungehört. Vor allem die Stimme der Betroffenen im Süden müsste ein weit höheres Gewicht erhalten: Für sie ist die Eindämmung des „Land Grabbing“ von existenzieller Bedeutung. Mit der geplanten Fachtagung möchten Brot für die Welt und das FDCL dazu einen Beitrag leisten.

Die Fachtagung richtet sich sowohl an die breite Öffentlichkeit als auch an die entwicklungspolitische (Fach)Öffentlichkeit. Die Teilnahme ist kostenfrei!

Download Tagungsprogramm (1,5 MB) / en español / in english 

Anmeldung unter: info(at)fdcl.org oder per Telefon  030/ 693 40 29  oder Fax  6926590

Zeit: 18.11.2010, 13:00 bis 21:00 Uhr

Ort: Im Kirchsaal des Hotels Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin 

        Lageplan hier!

 

 

Dies ist eine Veranstaltung von:

Die Fachtagung wird unterstützt von Inwent, aus Mitteln des BMZ und

durch die Europäische Union sowie der Stiftung Umverteilen und dem katholischen Fond