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Ressourcenausbeutung erhöht Druck auf Land

Rohstoffpolitik war vor wenigen Jahren noch ein Nischenthema. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert: Die wichtigsten Industrieländer haben in den letzten Jahren Strategien verabschiedet, um sich den Zugang zu knapper werdenden Ressourcen zu sichern. Doch gerade der Rohstoffsektor weist vielerorts eine verheerende Menschenrechts- und Umweltbilanz auf. Dabei profitieren die Menschen in den Förderregionen, die die Umwelt- und sozialen Folgen tragen, in der Regel nicht vom Rohstoffreichtum, der andererseits für die Unternehmen große Gewinne abwirft. 

In Kolumbien und Peru beispielsweise sind Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung als Folge des expandierenden Bergbausektors an der Tagesordnung. Das Fehlen von Mechanismen demokratischer Mitbestimmung und fehlende Teilhabe bei den Abbauprojekten, die grundlegende Veränderungen für den Lebensalltag der Bevölkerung und ihrer wirtschaftlichen Grundlage nach sich ziehen könnten, sind weitere Probleme. Peru ist bereits ein bedeutender Exporteur von Bodenschätzen und Kolumbien erklärte den Bergbausektor unlängst zum „Entwicklungsmotor“. Beide Länder setzen auf Entwicklungsmodelle, in denen Rohstoffexporte eine tragende Rolle spielen. Angesichts der relativen Verknappung einzelner Bodenschätze, gestiegener Rohstoffpreise und dem zunehmenden Konkurrenzkampf mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie China oder Indien messen die Industrienationen dem Zugang zu Rohstoffen eine geostrategische Bedeutung zu.

Dies schlägt sich beispielhaft in der Rohstoffstrategie der Bundesregierung und der „Raw Materials Initiative“ der Europäischen Union nieder. Dagegen finden die Auswirkungen des Bergbaus auf Menschenrechte, Umwelt und Entwicklung in den rohstoffexportierenden Ländern wenig bis gar keine Beachtung.